Beleuchtungskonzept Oberharz - Kartierung, Evaluation, Optimierung und Modernisierung der Straßenbeleuchtung in Braunlage und Clausthal-Zellerfeld

Projekte der 5. LAG-Sitzung am 27. Oktober 2016

Ziele:

Das Ziel dieses Projekts besteht darin, alle öffentlichen Lichtquellen in Braunlage und Clausthal-Zellerfeld systematisch zu katalogisieren, die Beleuchtungssituation zu analysieren und über die Umrüstung von Mus-terstraßen in beiden Kommunen erste Maßnahmen zu deren schrittweiser Verbesserung zu ergreifen. Mit dem hier vorgeschlagenen Projekt sollen Braunlage und Clausthal-Zellerfeld in die Lage versetzt werden, ihre Be-leuchtung nach energetischen sowie auch nach ökologischen Gesichts-punkten neu zu gestalten und damit nicht nur Geld, Energie und CO2 einzusparen, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt von Lichtverschmut-zung zu entlasten und den regionalen Astrotourismus zu fördern.

Kurzbeschreibung:

Während die energetischen Folgen von Lichtverschmutzung alle Kommunen im Bundesgebiet gleichermaßen betreffen, haben die negativen Konsequenzen für Natur und Menschen in Braunlage und Clausthal-Zellerfeld besonders Gewicht, durch die unmittelbare Nähe zum Nationalpark. Der ökologische sowie auch der große touristische Wert des Nationalparks gebieten einen schonenden Umgang mit der Natur und damit auch mit der Beleuchtung, sofern sich diese störend auf das Areal des Nationalparks und insbesondere auf dort lebende, nachtaktive Tiere (wie etwa Fledermäuse) auswirkt.

Schritt 1: Erfassung der IST-Situation und Aufbau einer Lichtpunktkarte sowie eines Lichtpunktkatasters

Der erste Schritt besteht in der Erfassung der aktuellen Beleuchtungssituation in Braunlage und Clausthal-Zellerfeld. Dabei wird der Standort jedes Lampenmastes (jeder sogenannte Lichtpunkt) mit Hilfe von GPS-Geräten auf 10 cm genau eingemessen und in einer Lichtpunktkarte erfasst. Darüber hinaus wird ein vollständiges Lichtpunktkataster in Form einer Datenbank erstellt.

Schritt 2: Analyse der IST-Situation und Aufstellung der Ziele für den SOLL-Zustand

Im zweiten Schritt wird die Beleuchtungssituation analysiert werden. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Auswertung ist die Klassierung der Straßen auf der Basis der vorliegenden Daten zur Verkehrssituation und -dichte. Mit der für jede Straße zu ermittelnden Beleuchtungsklasse wird festgelegt, welche Beleuchtungsstärke dort zu erreichen ist – damit steht wiederum der wichtigste Parameter für die anschließende Planung des SOLL-Zustands fest.

Schritt 3: Planung und Modellierung des SOLL-Zustands

Liegen Karte, Kataster und Straßenklassierung vollständig vor, kann mit der eigentlichen Beleuchtungsplanung begonnen werden. Hierfür werden die einzelnen Straßenzüge dreidimensional in einer Lichtplanungssoftware nachempfunden, wobei man zwischen einfachen Simulationen (nur Straße und Leuchten) und komplexeren Simulationen (mit Gebäuden, Fahrzeugen etc.) unterscheiden kann.

Im Ergebnis stehen den Kommunen sowohl ein Lichtpunktkataster als auch eine Lichtpunktkarte sowie ein umfassender Bericht zur Verfügung, in dem verschiedene Beleuchtungsalternativen  untersucht und bewertet werden. Es ergeben sich Empfehlungen für eine oder mehrere gleichwertige Beleuchtungskonfigurationen samt Wartungs-, Finanzierungs-, Amortisations- und Abschreibungsplanung.

Schritt 4: Modellhafte Umrüstung ausgewählter Objekte

Im vierten Schritt erfolgt die modellhafte Umrüstung ausgewählter Objekte, d.h. besonders geeigneter (ineffiziente IST-Beleuchtung) oder repräsentativer Straßen und Plätze in beiden Kommunen mit energieeffizienter und ökologisch verträglicher Beleuchtung. Das Ziel dieses Schritts besteht darin, einen sichtbaren „Startpunkt“ für die in der zweiten Projektphase geplante vollständige schrittweise Umrüstung der Beleuchtung zu setzen und dabei insbesondere die Bevölkerung einzubinden.

Projektträger:   Stadt Braunlage

Projektstandort:  Stadt Braunlage, Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld und OT

Durch LAG beschlossene LEADER-Förderung:  34.400 €

Status:  bewilligt