Rückbau eines Hochwasserhindernisses in der der Nette im Ortsteil Rhüden - zugleich Neubau einer Fußgänger- und Fahrradbrücke in der Maschstraße als Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Sicherung dörflicher Strukturen

Projekte der 8. LAG-Sitzung am 07. November 2017

Ziele:

  • Anpassung an den Klimawandel und Reduzierung der Wasserstände im Hochwasserfall
  • Reduzierung der Schäden im Hochwasserfall im Ortsteil Rhüden
  • Aufwertung des Ortskerns
  • Aufrechterhaltung der Orts- und Gemeinschaftsstrukturen
  • Schaffung einer barrierefrei nutzbaren Brücke

Kurzbeschreibung:

Hintergrund und Anlass

In der Vergangenheit kam es im Einzugsgebiet der Nette vermehrt zu extremen Hochwassern, die u.a. in der Ortschaft Rhüden zu großen Schäden führten. Die Bürger*innen sind bei Starkregen daher in ständiger Alarmbereitschaft. Beim verheerenden Hochwasser im Jahre 2007 wurden Extremwerte bis 366 Zentimeter in der Nette gemessen. Das Hochwasserereignis 2017 lag wesentlich über allen davor bekannten und berechneten Hochwasserereignissen in Rhüden. Dies hat die Dringlichkeit zum Abbruch und zur Erneuerung der Brücke Maschstraße nochmals deutlich erhöht.

Beschreibung und Begründung der Maßnahme

Die bestehende einsturzgefährdete PKW-Brücke über die Nette in der Maschstraße soll abgerissen und durch eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke ersetzt werden. Die derzeitige Brücke Maschstraße stellt ein Abflusshindernis in der Nette dar und trägt bei Hochwasserereignissen zu höheren Pegelständen bei. Ein Brückenneubau würde den Engpass beseitigen und entsprechend einen aufgeweiteten Querschnitt aufweisen, der auch eine geplante Netteaufweitung berücksichtigt. Ein Abbruch kann nur zusammen mit einem Ersatz wenigstens als Fuß- und Radwegebrücke erfolgen, weil es sich um eine wichtige innerörtliche Verbindung handelt.

Die Brücke kann aufgrund verminderter Tragfähigkeit bereits seit 2012 nicht mehr als PKW-Brücke genutzt werden. Es hat sich gezeigt, dass es an dieser Stelle im Ort kein Bedarf für eine PKW-Brücke besteht. Daher sollte vom Neubau einer PKW-Brücke aufgrund wesentlich höherer Kosten und immenser Folgekosten für die Anlieger der Maschstraße durch den Fahrbahnausbau abgesehen werden. Die Möglichkeit die Nette als Fußgänger oder Radfahrer an dieser Stelle überqueren zu können, ist hingegen unbedingt weiterhin zu gewährleisten und noch dazu die kostengünstigere Alternative. Die Verbindung ist für das Dorfgefüge und die Dorfgemeinschaft essentiell. Ein ersatzloser Abriss der Brücke würde nicht nur eine physische, sondern auch eine mentale Barriere für die Gemeinschaft bedeuten. Ohne die Brücke kommt es zu einer Trennung der direkten Nachbarschaft. Auch stellt die Brücke Maschstraße für Radfahrer und Fußgänger die kürzeste und nach dem Wegfall des KFZ-Verkehrs sicherste innerörtliche Verbindung zwischen den ehemaligen Orten Klein Rhüden und Groß Rhüden dar. In beiden Teilen hatten sich historisch bedingt innerörtliche Einkaufslagen entwickelt, die einander ergänzen. Darüber hinaus sind einige wichtige Einrichtungen wie das Haus der Vereine, Kindergarten, Schule und Sportstätten entweder nur östlich oder westlich der Nette zu finden und könnten ohne die Fuß- und Radwegeverbindung nur über Umwege erreicht werden. Insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen würde ohne die Brücke eine Barriere zur dörflichen Gemeinschaft entstehen. Daher ist der ersatzlose Abriss keine Option.

Durch die neue bedarfsgerechte Brücke wird das Ortsbild wesentlich aufgewertet. Im Zuge einer öffentlichkeitswirksamen Eröffnung können weitere Gestaltungsmaßnahmen, z.B. Bepflanzungen, durch die Anwohner*innen erfolgen. Um auf die lokalen Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren, wird ein Informationsschild installiert, dass die Hochwasserereignisse der Jahre 1998, 2002, 2007 und 2017 dokumentiert. Auf Grund der aktuellen Hochwasserereignisse sollte der Abbruch und Neubau der Brücke in 2019 abgeschlossen werden können.

Projektträger:   Stadt Seesen

Projektstandort:  Stadt Seesen, OT Rhüden

Durch LAG beschlossene LEADER-Förderung:  100.000 €

Status:  bewilligt und in Umsetzung